Politik - Behindertenpolitik

Alles Barrierefrei oder was?

23. September 2016 – Hamburg (Der Text entstand am Handy – Es können Rechtschreibfehler enthalten sein)


Aber nicht nur das ist ein Anliegen welches ich als Delegierter für Behindertenpolitik verfolge. Zwar sind Personen aus dem Kreise der Körperbehinderten an manchen Orten selber sehr eingeschränkt, doch auch Personen mit einer psychischen Behinderung wie ich sind auf Hilfe im Alltag angewiesen. So ist es nicht verwunderlich das ich nächste Woche wieder vor Gericht stehe um mein Recht auf ein menschliches Leben einklagen muss.

Deshalb ist mir Politik wichtig, die direkt vom Volke ausgeht weshalb ich mich im Vorweg wieder an Vertreter und an betroffene Personen gewendet habe, um ihre Meinung und Sorgen zu hören. Ich gehe also wieder bestens vorbereitet in meinen Tag in Berlin.

Frühstück bei der deutschen Bahn - Und schlecht ist es auch nicht
Frühstück bei der deutschen Bahn – Und schlecht ist es auch nicht

 

Erst vor kurzen haben wir gemeinsam für ein Barrierefreies Hamburg demonstriert und dabei eigentlich nur eine faire Teilhabe gefordert. Das „neue“ Bundesteilhabegesetz mit dem sich unsere Bundesregierung so sehr feiert, ist ein Schlag ins Gesicht für Betroffene und natürlich auch für mich. Die betroffenen Personen haben sich mehr erwartet und stehen jetzt bald wieder vor neuen rechtlichen Hürden (u.a wird in Zukunft stationäre Maßnahmen vor ambulanten Maßnahmen gestellt, womit die Lebensfreiheit deutlich eingeschränkt wird) und werden daher das neue Gesetz so nicht akzeptieren.

Nun aber zurück zu meinen politischen Tag der mit einen Cappuccino und einen guten Frühstück im ICE in der ersten Klasse stattgefunden hat. Ich fahre übrigens 1. Klasse nur aus einen Grund da ich zwischen meinen Stopps immer eine kleine Pause benötige wo ich meine Ruhe habe. Und leider bietet die Deutsche Bahn ihre Lounge nicht für Personen mit Behinderung an, sondern nur Kunden der ersten Klasse was ich auch bemängle.

 

 

Trotzdem muss man manchmal sprichwörtlich in den „sauren Apfel“ beißen und einen Kompromisse finden

Nach einen ausgiebigen Sicherheitscheck der wie erwartet durch meine Medizin deutlich länger als bei anderen gedauert hat und ich mein Betäubungsmittel wozu Cannabis noch zählt nicht rausgerückt habe (Ich bin nicht zur Weitergabe von Betäubungsmitteln berechtigt) ging es nach paar Diskussionen direkt ins erste Diskussionsforum.

So hat Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen Verena Bentele sich klar auch gegenüber dem Forum ausgedrückt, dieses Gesetz muss überarbeitet werden.

Auch ich habe in meinen Redebeitrag ganz klar gemacht, dass dieses Gesetz nicht Alltagstauglich ist und für viele Menschen mit Behinderung in Zukunft mehr Probleme statt Lösungen bietet. Doch die CDU ist ja der Meinung dass man ja sonst sein Recht einfach einklagen kann, was für eine Lösung soll das sein.

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Rede der Beauftragte der Beauftragte der Bundesregierung für Belange behinderter Menschen Berena Bentele

Klar ist eindeutig das dieses Gesetz einen wichtigen Schub hat . . . Geld sparen auf Kosten der Menschen die Hilfe benötigen.

In der Nachzeit gab es 2 Forendiskussionen mit den jeweiligen SprecherInnen der Fraktionen SPD, CDU/CSU, GRÜNE, DIE LINKE die viele wichtigen Fragen u.a zum Plan 5/9, Hilfe für Soldaten die durch Einsätze psychische Probleme bekommen, Faires Geld für Mitarbeiter einer Behindertenwerkstatt, Freibeträge sind seit 25 Jahre nicht angehoben worden u.v.m. gestellt bekommen haben

Ganz klar ist zu bemängeln das die Bundesregierung es nicht geschafft hat ein vernünftiges BTHG zu gestalten bis jetzt, weshalb es ganz klar aktuell heißt „#nichtmeingesetz“

Die Veranstaltung war einfach zu kurz und auch von der Organisation viel zu überladen. Kleine Arbeitsgruppen a 15 oder 25 Personen hätte deutlich dafür gesorgt, das jeder seine Probleme zum Gesetz in dieses Forum einbringen hätte können. Ich als Hamburger hätte gerne viel mehr die Probleme der Menschen mit Behinderung aus Hamburg aufgezeigt und versucht neuen Input mit nach Hamburg zu nehmen.

Trotzdem war der Input aus der Veranstaltung und auch aus Unterhaltungen mit anderen Teilnehmern der Veranstaltung sehr interessant und hilfreich.

 

Eine Sache bleibt mir im Gedächtnis – Das Zitat von Verena Bentele das mehr Menschen mit Behinderung ihre Chance nutzen und Politik mitgestalten sollen wird mich ab sofort begleiten und motivieren für euch zu kämpfen.

Nach der Veranstaltung habe ich noch ein paar private Termine wahrgenommen und am Abend ging es gemütlich wieder nach Hamburg wo mich meine tägliche Arbeit erwartet.

Der GRÜNE - Flügel kämpft weiter
Der GRÜNE – Flügel kämpft weiter

Ich frage mich als Politiker, aber auch vorwiegend als Mensch warum wir in Deutschland kein faires Bundesteilhabegesetz hinbekommen und lieber Jahr für Jahr gegen die UN-Behindertenkonvention verstoßen.

Eine Sache wird immer bleiben . . . ich werde für Menschen kämpfen und nicht locker lassen. Ich kenne das Leben in der unteren Schicht, woraus ich wohl meine Kraft und Motivation ziehe täglich weiterzumachen und für euch zu kämpfen.

 

 

Und so geht ein langer Tag voller Eindrücke und Diskussionen zuende und ich freue mich jetzt im ICE auf dem Weg nach Hause zu sitzen und ein kleinen Tee zu trinken.

Euer Danny-Ralph Cäsar

Danny

Danny

Ich berichte hier aus meinen Leben als Asperger-Autist, Politiker, Cannabis-Patient und Aktivist.
Danny