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Sie können doch einfach klagen

26. September 2016 – Hamburg (Der Text entstand am Handy – Es können Rechtschreibfehler enthalten sein)


Nun seit Beantragung meiner Hilfe, damit ich endlich selbstständig leben kann, muss ich jede Leistung wenigstens im Wiederspruchsverfahren einklagen. Am Ende so wie auch heute gewinne ich zwar, aber es kostet mich sehr viel Kraft diese Situation zu ertragen. Aber auch der Steuerzahler muss immer wieder diese sinnlosen Klagen finanzieren.

Die Behörde in Elmshorn geht nämlich davon aus, das mein Autismus irgendwann weg ist und ich deshalb keine Hilfe mehr benötige. Um mal ein krasses Beispiel zu nennen, wäre es so als ob man einem Rollstuhlfahrer der nie wieder laufen kann sagt „Aber in 6 Monaten bist du so weit, das du wieder Laufen kannst“ was völlig absurd ist.

Der Fakt ist jedoch das meine Fachkräfte das anders als die Behörde in Elmshorn sehen. Meine Assistenten begleiten mich seit Jahren, aber ein Amtsarzt der mich 1x im Jahr sieht, kann laut Behörde  besser einschätzen was ich benötige, was völlig absurd ist. Ich möchte gerne wie jeder andere Mensch am Leben teilnehmen können, weshalb ich diese Leistung wie z.B Hilfe beim Einkaufen einfach benötige.

Und wie viele meiner Unterstützer und Freunde wissen, bin ich kein Mensch der im Luxus schwelgt, sondern einfach und schlicht lebt.

Nach der Verhandlung
Nach der Verhandlung – Meine Rechtsanwältin möchte anonym bleiben

Ich möchte auch mal ein Konzert besuchen, auf das meine Freunde nicht wollen. Dieses und vieles anderes kann ich jedoch nur mit einem persönlichen Assistenten wahrnehmen. Ich denke die Behörde muss langsam mal verstehen, dass es einfach nur negative Seiten hat jede Kleinigkeit im Rechtsstreit ausufern zu lassen. (Ich fülle bei meiner Rechtsanwältin nach 1 Jahr schon 3 Ordner)

Am Ende möchte ich nichts weiter als ein anständiges Leben führen, wobei mir meine Assistenten bei meinen behinderungsbedingten Problemen die nötige Hilfe zukommen lassen.

Nicht umsonst steht im Grundgesetz in Artikel 3, Absatz 3„Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Ich werde weiter für Menschen mit Behinderung kämpfen und nicht aufgeben. Wenn die Behörde in Elmshorn das hier zufällig liest (ja die schauen sich gerne mal bei mir um) bitte ich endlich um eine anständige Behandlung und das Ende von sinnlosen Klagen.

Meine jetzigen Sachbearbeiter sind bis jetzt sehr gut und ich würde mich freuen wenn es so weiter läuft.

Danny

Danny

Ich berichte hier aus meinen Leben als Asperger-Autist, Politiker, Cannabis-Patient und Aktivist.
Danny