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Wenn das Bahnfahren mal wieder zur Hölle wird

Heute ist mal wieder einen Tag an dem mich mein Rollstuhl verrückt macht und nicht zuletzt hat sich grade auch meine linke Bremse verabschiedet. Als Autist bin ich auf etwas Ruhe grade bei der Fahrt mit der stressigen Bahn angewiesen um nicht völlig durchzudrehen.

Also Sonntags mit der Regionalbahn ab Schleswig nach Hamburg, natürlich nur die Möglichkeit der Einladung im Großraumabteil im hinteren Wagen. Bei vielen Wagen ist das nämlich der Fall, dass es nur ein Bereich für Rollstuhlfahrer gibt und Sie sich daher nicht einfach einen neuen Waggon suchen können.

Hier gibt es z.B im RE nach Kiel nur ein Rollstuhlbereich

Rücksichtnahme Fehlanzeige da die HSV-Fans (Ein Fußballverein) lautstark Ihre Fangesänge „grüllen“ und dabei die Füße im Takt trampeln lassen. Das soll so sein und ist völlig in Ordnung doch gibt es mehrere Waggons wo man als „Fan“ auch seine Leidenschaft ausleben kann. Nächster Halt Neumünster nun hieß es zusätzlich noch eine Gruppe von 10 Leuten mit lauter Technomusik und das gab mir den Rest.

Als Autist bin ich in diesen Situation völlig überfordert und hätte fast einen Meltdown gehabt was hier beschrieben wird:

„Die Folge eines Overloads ohne Rückzugsmöglichkeit kann der sog. Meltdown (= „Kernschmelze“, sieht von außen aus wie ein Wutausbruch) sein. Die Betroffenen schreien laut, werfen Gegenstände und haben keine Kontrolle mehr über ihr Verhalten. Manche verletzen sich selbst, schlagen mit dem Kopf an die Wand oder beißen sich, um alle anderen Reize, die sie nicht beeinflussen können, zu überdecken. Allerdings kann das Schmerzempfinden herabgesetzt sein, so dass Verletzungen in dem Moment nicht bemerkt werden. Es ist ein Akt der Verzweiflung, weil alles entgleitet.“

Quelle – ellasblog

Mit einer Medikation habe ich meine Problemen etwas in den Griff bekommen trotz starker Kopfschmerzen habe ich es nach Hause geschafft. Trotzdem ich kann kein Autofahren und bin auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, daher meine bitte an euch:

1. Wenn nur ein Rollstuhlbereich vorhanden ist (Diese sind mit einen Rollstuhlsymbol von außen gekennzeichnet) bitte etwas Rücksicht nehmen. (Lärm vermeiden)
2. Wenn Ihr dann doch etwas „Party“ machen wollt, geht doch einfach ein Waggon weiter, dort können sich die betroffenden Personen wenigstens umsetzen.

Viele Menschen mit empfindlichen Gehören habt Ihr damit einen großen Gefallen getan – Ich bitte euch diesen Beitrag zu teilen und in Zukunft etwas Rücksicht zu nehmen

Ich danke euch sowie viele Menschen mit empfindlichen Gehören wie z.B Menschen mit Autismus

Danny

Danny

Ich berichte hier aus meinen Leben als Asperger-Autist, Politiker, Cannabis-Patient und Aktivist.
Danny